Das Gotthelf Zentrum ist auf Kurs
Im Anzeiger Burgdorf vom 15. September 2011 erschien die Publikation für den Bau und Ausbau der Pfarrliegenschaft (Pfarrhaus, Spycher und Umgebung) in eine Begegnungsstätte für den Pfarrer und Schriftsteller Albert Bitzius, eingereicht von der Jeremias Gotthelf-Stiftung. Die Baubewilligung wurde nun erteilt. Nach intensiver Planungsarbeit bedeutete dieses Ereignis für die Mitarbeitenden in der Projektorganisation einen Meilenstein auf dem Weg zum künftigen Gotthelf Zentrum.
In enger und konstruktiver Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege konnten zweckmässige und überzeugende Lösungen gefunden werden, die moderne Elemente enthalten, aber auch den Respekt gegenüber dem wohlproportionierten Baudenkmal aus dem Jahr 1655 ausdrücken.
Angelehnt an die Nordfassade des Pfarrhauses wird ein Anbau für die gesamte Museumsinfrastruktur entstehen, so dass das Hochparterre des Hauptgebäudes vollständig als Museum genutzt werden kann. Ein Lift erschliesst alle Ebenen, von den untergeschossigen Archivräumen bis zum grosszügigen Dachraum, der als Saal für Lesungen, Vorträge, Filmvorführungen und Begegnungen verschiedener Art verwendet werden kann.
Auf der Nordseite entsteht ein Anbau mit Lift Gotthelfs Studierzimmer
Im Obergeschoss wird eine 4-Zimmerwohnung bereitgestellt, die gemäss Businessplan eine wichtige Einnahmequelle für den Betrieb darstellt. Die fünf Räume im Hochparterre und der Korridor werden museal genutzt und darin das Leben und Werk Gotthelfs anschaulich präsentiert. Ein Raum dient Sonder- und Wechselausstellungen. Die wichtige Arbeit der Museumsgestaltung wird durch den erfahrenen Museologen B eat Gugger aus Burgdorf begleitet. Gugger entwickelte unter anderem das Konzept für die Sonderausstellung «Özi20» in der Stadt Bozen, Südtirol Italien, das aufgrund des weltberühmten Mannes aus dem Eis jährlich weit über 100’000 Besucherinnen und Besucher aus Nah und Fern anlockt.
Die mit der hohen Thujahecke recht abweisende Abgrenzung des Aussenraums wird geöffnet, so dass die Besucherinnen und Besucher des Gotthelf Zentrums frühzeitig Einblick in den Pfarrgarten und in die kleine Hofstatt erhalten. Diese Orte dürfen selbstverständlich vor oder nach dem Museumsbesuch betreten werden.
Ebenso wichtig ist im Aussenraum die Zugänglichkeit zu den von Gotthelf sehr geschätzten Aufenthaltsorten, dem Kabinettli und der Geissblattlaube. In der letzteren pflegte Bitzius seine Gäste zu empfangen, seine Korrespondenz zu erledigen und an seinen Romanen und Geschichten zu arbeiten. Im Spycher, der noch existierenden Gotthelf-Stube, werden Arbeitsräume für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende geschaffen. Alle Räume des Zentrums werden mit modernen Kommunikationstechnologien ausgerüstet.
Selbstverständlich darf im Gotthelf Zentrum auch ein kleines Bistro nicht fehlen, in dem die Besucherinnen und Besucher ihren Durst stillen können. Der Baubeginn erfolgt, sobald alle Formalitäten erledigt sind. Spätestens im Januar 2012 ist mit dem Spatenstich ein weiterer Meilenstein vorgesehen. Eine Homepage, die regelmässig über den Stand der Arbeiten informieren wird und mit vielen interessanten Informationen zu Gotthelf aufwartet, wird in Kürze aufgeschaltet.
Markus Hofer, Informationsbeauftragter GZE